Region: OstseeMecklenburg-VorpommernNordvorpommern Insel Vilm

Insel Vilm

Vilm gehört zum Biosphärenreservat Südost-Rügen. Einzigartig ist die urwüchsige Natur. Uralte Hutebäume , etwa 60 an der Zahl, sind die Relikte jahrhundertealter Weidewirtschaft. Es sind vorwiegend Eichen und Buchen, die bis zu 35 m in den Himmel ragen. Einst schützten sie das Weidevieh und ernährten es mit ihren Früchten. Man nimmt an, dass die ältesten unter ihnen schon im 16. Jahrhundert auf Vilm standen. 21 Baumarten prägen das Landschaftsbild der Insel. Die majestätische Ulme trifft man nur noch vereinzelt an. Von ihr sagt man, dass sie dem Eiland seinem slawischen Namen gab. Vilm bedeutet so viel wie „Ulmenhain“. Die Ulme galt als die Beschützerin vor bösen Geistern.

Übrigens wer in der Aussprache des Namens richtig liegen möchte, sagt „Film“.

Vilm gliedert sich auf einer Länge von 2,5 km in drei Teile. Im Norden liegt der Große Vilm, im Süden der Kleine. Sie verbindet der Mittelvilm, eine schmale Nehrung.

1249 wurde die 94 ha große Insel das erste Mal erwähnt. Schon damals befand sie sich im Besitz des Adelsgeschlechts Putbus. Ihnen verdanken wir die moderate Nutzung der Holzressourcen. Seit 1527, das Jahr mit dem letzten Holzeinschlag, ist die Natur unberührt geblieben. Der letzte Baum wurde 1812 gefällt. Bewohner gab es über die Jahrhunderte nur vereinzelt.

Im 19.Jahrhundert galt Vilm als ein beliebter Treffpunkt der Landschaftsmaler. Ein künstlerisches Denkmal schuf der Maler Caspar David Friedrich mit seinem Bild „Landschaft mit Regenbogen“, das um 1810 entstand.

1936 stellte man das Inselgebiet unter Naturschutz. In den 50er Jahren war das Interesse für Vilm groß. Um der Natur die Möglichkeit zu geben, daraus resultierende Schäden zu reparieren, erklärte die DDR-Regierung 1959 die Insel zur Sperrzone. Allerdings mit Ausnahme für ihre 11 Minister. Sie erhielten ein Ferienhaus. Bis 1989 war Vilm der exklusive Ort der damaligen Regierung. Dieser Umstand gestattete es der Natur, ihre große Vielfalt zu erhalten. Man zählt 300 verschiedene Farn- und Blütenpflanzen. Die Küstenformen veränderten sich ebenfalls nicht. Die kleine Insel repräsentiert alle Küstenformen der südlichen Ostsee.

Von Ende März bis Ende Oktober fahren die „Julchen“ und die „kleine Freiheit“ vom Lauterbacher Hafen zur wunderschönen Insel Vilm. Das Eiland im Greifswalder Bodden zu erkunden, ist nur im Rahmen einer Führung möglich. Man sollte einen Platz auf den Motorschiffen im Voraus buchen, da an einem Tag nicht mehr als 60 Besucher auf die Insel dürfen. Der ganze Ausflug dauert etwa 3 Stunden.

Was ist aus den Ferienhäusern geworden?

Die ehemalige Siedlung ist seit 1990 eine Unterkunft der Internationalen Naturschutzakademie des Bundes. Die Räume werden für Tagungen und Workshops genutzt, ebenso für Ausstellungen und Konzerte.

Karte - Wo auf Rügen befindet sich die Insel Vilm?

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Text: Brigitte Hildisch, Rövershagen

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