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In Lauterbach, wo einst der Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus und seine adligen Gäste Ruhe und Erholung fanden, lässt es sich noch immer wunderbar ausspannen. Und Zeit, nach Spuren seines Wirkens im ältesten Seebad Rügens zu suchen. Fündig im Ortsnamen. Er benannte Lauterbach nach seiner Ehefrau, eine geborene von Lauterbach.
Am Greifswalder Bodden erstreckt sich das 7 ha große Waldgebiet – die Goor. Es gehört zum Naturschutzgebiet Goor-Muglitz.
Ein Blick in die Vergangenheit. Ab 1816 ließ der Fürst ein Badehaus für seine Residenzstadt Putbus am Ufer des Boddens errichten. Mit der königlichen Genehmigung durfte es im Namen den Zusatz Friedrich-Wilhelm-Bad tragen.
1818 wurde das imposante Bad im Westen der Goor eröffnet. Zunächst standen dort zwei Einzelgebäude, die mit Wannenbädern ausgestattet waren. Man leitete kaltes Seewasser über hölzerne Röhren ein. Teilweise wurde es erhitzt und aus Messinghähnen floss nach Belieben heißes Wasser in die 10 luxuriösen Badezellen.
1820 verband man die Häuser mit einer Blendfassade. Vier Jahre später wurden die hinteren Seiten der Einzelgebäude verbunden. Innenhöfe entstanden. Mit einem Umbau im neoklassizistischen Stil im Jahre 1833 entstand die endgültige Fassade des Komplexes. Die Kolonnade mit 18 dorischen weißen Säulen ist nach wie vor eindrucksvoll. Heute befindet sich ein elegantes Hotel in dem Gebäude.
Der Lauterbacher Hafen liegt idyllisch an den Rügenschen Boddengewässern. Ausflugschiffe stechen in See. Für Segler gibt es 400 Sommerliegeplätze. Vielfältige Möglichkeiten, den Tag zu gestalten, inklusive. Nicht weit entfernt, an einem schmalen Boddenstrand kann man baden. Die Insel Vilm ist dem Hafen vorgelagert. Ein Motorschiff bringt Besucher dorthin. Allerddings nur mit Voranmeldung.
Oder so? Seit 1999 wird im Lauterbacher Hafen das internationale „Vilm- Schwimmen“ gestartet. Die zu bewältigende Strecke zur Insel beträgt 2500 m. Eine Herausforderung und gleichzeitig ein unvergessliches Erlebnis. Die 500 Teilnehmerplätze sind schnell vergriffen.
Lauterbach ist am Eisenbahnnetz angebunden. Hier hat die Rügensche Bäderbahn „Rasender Roland“ eine Haltestelle.
Noch einmal die Goor
Das Waldgebiet der Goor besteht zumeist aus Rotbuchen, Hainbuchen, Stieleichen, Vogel-Kirschen und Nadelbäumen wie Kiefern und Fichten. Spazier- und Wanderwege führen vorbei an kleinen Feuchtgebieten wie Moore und Waldtümpeln. Sehenswert ist das Kesselmoor. Einen dieser Pfade durch das Waldgebiet nennt man den „Pfad der Muße und Erkenntnis“. Der Rundweg zieht sich am am Nordufer des Rügenschen Boddens entlang. Diese Natur zu schützen, macht sich die Michael-Succow-Stiftung im Biossphärenreservat Südost-Rügen zur Aufgabe. Geführte Wanderungen finden am Dienstag von Mai bis Oktober statt.
Tipp Broschüren über den Pfad im Badehaus Goor

1889 erhielt Putbus einen Anschluss an die Eisenbahn. Vorerst trafen Züge aus Bergen ein. Sechs Jahre später erweiterte man die Strecke nach Binz. Noch heute verkehrt hier die Kleinspurbahn „Der rasende Roland“.

Wer sich für die Frühgeschichte Rügens begeistert, findet in den Großsteingräbern bei Nadelitz ein spannendes Ausflugsziel. Die Jahrtausende alten Megalithanlagen liegen leicht versteckt in kleinen Bauminseln auf dem Acker nahe Putbus und laden zur Spurensuche in die Steinzeit ein.

Ein Spielplatzbesuch im Ortsteil Lauterbach lässt sich ideal in einen erholsamen Spaziergang durch die nahegelegene Goor-Promenade im Ortsteil Lauterbach integrieren.
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Beitrag: Brigitte Hildisch Rövershagen