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Bergen liegt in der Mitte der Insel Rügen. Am Hang des Rugards, einem kleinen bewaldeten Bergrücken, hat sich aus einer Siedlung eine touristisch relevante Kleinstadt entwickelt. Bergen ist heute das Verwaltungszentrum der Insel, ebenso der wirtschaftliche Schwerpunkt der Region.
Die Geschichte des Ortes reicht bis ins Jahr 1232 zurück. Erstmalig tauchte der Name Gora (Berg) auf. Seit 1613 hat Bergen das Stadtrecht, verliehen vom Herzog Philipp Julius von Pommern-Wolgast.
Historisch interessant ist der an vielen Stellen unebene Marktplatz. Von hier verlaufen Straßen in alle Himmelsrichtungen, einstige Handelswege. Die heutige Pflasterung nimmt Bezug auf jene holprigen Handelsstraßen. Sie spielten für die Fischer und Händler aus Zittvitz und Buschvitz eine wichtige Rolle.
Nahe dem Marktplatz hat der „Stapelstein“, ein 35 t schwerer Findling, seinen Fleck bekommen. Wahrscheinlich war er einst der Gerichtsstein des mittelalterlichen bzw. neuzeitlichen Bergens.
Auch der Brunnen soll erinnern, in diesem Fall an einen früheren Pfuhl, trockengelegt am Ende des 19. Jahrhunderts. Er diente als Tränke für Pferde und zum Löschen von Bränden.
Sehenswert sind das klassizistische Rathaus, der Backsteinbau der Post und das Benedixhaus. Das Letztere gilt als eines der ältesten Wohnhäuser Rügens. Der Fachwerkbau entstand vor oder um das 16. Jahrhundert. Es erhielt seinen Namen nach der Familie Benedix, die letzten Bewohner des Hauses. Das Gebäude wurde aufwendig saniert und es beherbergt heute die Touristeninformation bzw. die Verwaltungsbüros des Standesamtes der Stadt.
St. Marien ist der älteste Backsteinbau auf Rügen. Im Innern findet man eine meist barocke Ausstattung. Das Highlight aber sind wertvolle Wandmalereien. Norddeutschlands älteste romanische Fresken sollten sich die Besucher Bergens nicht entgehen lassen. Ende des 19. Jahrhunderts legte August Oetken sie bei umfassenden Restaurationsarbeiten frei. Fehlende Teile ergänzte er.
Die Uhr an der Nordseite des Turmes überrascht ebenfalls. Das Ziffernblatt zählt tatsächlich 61 Minuten. Warum? Nach einem Herbststurm im Jahre 1983 musste das alte Ziffernblatt ersetzt werden. Die Löcher am neuen Ziffernblatt wurden gebohrt. So ausgiebig, dass anstatt 60 Minutenpunkte gar 61 entstanden. Zu spät für eine Korrektur. Gelingt es Ihnen, diese 61 auszumachen?
Leichter zu entdecken, ist der Jaromarstein an der Westwand des Turmes. Der slawische Grabstein aus Granit wurde in die Fassade eingelassen. Das Relief eines Mannes ist zu erkennen. Etwa die Gestalt Jaromars?
Die Kirche fand Aufnahme in die „Europäische Route der Backsteingotik“ und in das Denkmalprogramm „National wertvolle Kulturdenkmäler“.

Die Geschichte des ehemaligen Klosters ist mit der Kirche St. Marien verbunden. Beide wurden zusammen im Jahre 1193 geweiht. Ein Stadtbrand zerstörte das Nonnenkloster.
Zwei erhaltene Stiftsgebäude wurden erst 1732 errichtet. In dem einen befindet sich heute das Stadtmuseum Bergens. Es thematisiert die historische Entwicklung Rügens übersichtlich und umfassend. Ausstellungen stellen die Frühgeschichte der Insel bis zum 19. Jahrhundert dar.
Zum Ensemble des Klosterhofes gehört eine Schauwerkstatt. Einheimische Handwerker zeigen ihre Künste. Von Mai bis September repräsentieren sie ihre Arbeiten monatlich auf einem Floh -und Handwerkermarkt.
Der Ernst-Moritz-Arndt-Turm ist ein beliebtes Ausflugsziel am nordöstlichen Stadtrand von Bergen. Er bietet mit einer Höhe von 26,7 m einen wundervollen Rundblick über große Teile der Insel Rügen. Der Backsteinbau wurde von 1867 bis 1877 vom Berliner Architekten Herrmann Eggert errichtet.
Der Anlass für den Bau des Aussichtsturmes war der 100. Geburtstag des Rügener Dichters und Historiker Ernst Moritz Arndt. Fürst Malte zu Putbus stiftete das Land. Finanziell war die Errichtung des Bauwerks noch nicht vollständig abgesichert. Spenden wurden gesammelt, wobei auch Kaiser Wilhelm I. mit 3000 Mark den Weiterbau unterstützte.
Gegen Ende des 2. Weltkrieges begann man, den Ernst-Moritz-Arndt-Turm militärisch zu nutzen. Die Kuppel wurde abmontiert, um darauf eine Flakstellung einzurichten. Bis 1953 bezog die sowjetische Armee dort ihre Stellung. Es dauerte zwei weitere Jahre, bis die Holzkuppel ihren vertrauten Platz zurückbekam. Man deckte sie mit Schieferschindeln.
Anlässlich des 125. Jahrestages des Arndtturms fand eine umfassende Rekonstruktion des Bauwerks statt. Die auffälligste Veränderung ist die Glaskuppel, errichtet auf einer Stahlkonstruktion. Sie ermöglicht mit der zusätzlichen Aussichtsebene wieder den Rundblick, den hochgewachsene Bäume versperrten. Die historische Form der alten Kuppel blieb erhalten.
Im Innern führt eine neue Spindeltreppe nach oben. Den Besucher begleiten stilisierte Kraniche des Rügener Keramikers Wilhelm Löber.
Einheimische nennen ihren Turm auf dem slawischen Burgwall oft den „Rugardturm“.
Der 91 m hohe bewaldete Rugard ist ein beliebtes Naherholungsgebiet bei Bergen. Wanderungen in die Umgebung starten hier. Es gibt einen Naturlehrpfad, den »Walderlebnispfad Rugard«, rund um die Erhebung.

Am nordwestlichen Stadtrand lockt der Nonnensee zu erholsamen Spaziergängen ein. Baden kann man hier nicht.
Entdecken Sie dabei die zwei Vogelbeobachtungstürme am Wegesrand oder den Naturlehrpfad auf der nordöstlichen Seite, wo sich auch der Parkplatz befindet.

Die »Bücherkiste« befindet sich im Stadtteil Rotensee, in der Störtebekerstraße.
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Beitrag: Brigitte Hildisch Rövershagen
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