Kirche

Die Klosterkirche des Klarissenklosters Ribnitz

Beitrag: Axel Attula, Kloster Ribnitz und Stadtgeschichtliche Sammlung

Die Klosterkirche des Sankt Klaren Kloster Ribnitz hat sich als einziger Bau der mittelalterlichen Klosteranlage bewahrt. Sie ist ein schlichter einschiffiger Backsteinbau mit zwei kleinen Türmchen. Der von der Kirche, dem Deutschen Bernsteinmuseum und dem daran anschließenden Gebäude im Süden umschlossenen Innenhof vermittelt noch einen Eindruck des alten Klausurhofes.

Das Klarissenkloster Ribnitz ist eine der letzten großen Klostergründungen in Mecklenburg. Am 4. Februar 1330 wurde das Kloster ein erstes Mal dem Heiligen Kreuz, den Aposteln Petrus und Paulus, dem Heiligen Michael und allen Engeln, den heiligen drei Königen und der heiligen Jungfrau Katharina geweiht, wie es in einer verlorenen Inschrift hieß.

Die heutige Klosterkirche ist ein Bau des ausgehenden 14. Jh., deren Weihung 1393 stattfand. Besonders wertvoll ist der Erhalt des einstigen Nonnenchores, der Raum der Kirche, in dem die zeitweise bis zu 60 im Kloster in strengster Klausur lebenden Nonnen vor allem ihre täglichen Gebete verrichteten. Hier fanden sich unter den noch vorhandenen Gestühlsreihen bei Bauarbeiten zahlreiche Gegenstände aus dem Gebrauch der Nonnen, unzählige Glasfragmente der alten Bildglasfenster und einige kostbare Notenschriften und Andachtsbilder.

Lambrecht Slaggert, Beichtvater der Klarissen von 1522-1533, hat mit seiner berühmten Klosterchronik ein einmaliges und in seiner Detailhaftigkeit überaus spannendes Bild geistlichen Lebens seiner Zeit hinterlassen.

Die heutige in gotischen Formen gestaltete Ausstattung des Kirchenschiffs stammt aus den Jahren nach 1840. Die Orgel schuf der Mecklenburger Orgelbauer Heinrich Rasche. Das Altarbild, der auferstandene Christus, ist ein Werk des Berliner Malers Eduard Daege aus dem Jahre 1859.

Einen bedeutenden Schatz besitzt das Kloster mit den „Ribnitzer Madonnen“, Holzbildwerken, die einstmals dem Gebet und der Andacht dienten. Die Figur der heiligen Klara, die Arbeit eines Lübecker Bildschnitzers um 1330, begleitet das Kloster seit seiner Gründung und ist die älteste großplastische Darstellung der Heiligen im deutschsprachigen Raum.
Eine Madonna auf dem Löwenthron, im 14. Jh. wahrscheinlich im Danziger Raum entstanden und Zeichen der lebensspendenden Kraft Mariens gehört ebenso wie thronende Madonnen und andere Marienbilder, Darstellungen Christi und Heiligenfiguren zur einstigen klösterlichen Ausstattung - mit qualitätsvollen Holzschnitzerarbeiten aus dem norddeutschen Raum zumeist mit noch originaler Farbfassung, Werke des 14. bis 16.Jahrhunderts.

Im Kirchenschiff befinden sich zahlreiche Grabplatten aus der Kloster- und Stiftszeit. Herausragende Glasmalereien aus dem späten 19. Jh. und die umfangreiche Wappensammlung von Konventualinnen des Damenstiftes erzählen Mecklenburger Adelsgeschichte.
Seit 2013 schlägt die durch das Klosteramt 1747 gestiftete Glocke die Mittagsstunde.


Kontaktdaten Klosterkirche Ribnitz
Deutsches Bernsteinmuseum
Ribnitz-Damgarten

Im Kloster 1-2
18311 Ribnitz-Damgarten
 
Tel.: 038 21 - 46 22

www.kloster-ribnitz.de
Öffnungszeiten:
März bis Oktober:
täglich 9.30-18.00 Uhr
 
November bis Februar:
Dienstag - Sonntag 9.30-17.00 Uhr
 
Einlassschluss: 30 min vor Ende der Öffnungszeit
Museumsführungen: Fachführungen, Einzelführungen per schriftlicher Anmeldung
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