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Aus der Geschichte des Doberaner Pferderennsports

Sie begann am 10. August 1807, als ein erstes Bauernrennen auf dem Gelände nahe Doberan ausgerichtet wurde. Herzog Friedrich Franz kam aus Altona zurück nach Mecklenburg, damals noch aus dem dänischen Exil. Das war Anlass genug, um den Herzog mit einem Pferderennen zu huldigen. Das Turnier wurde ein Jahr später wiederholt.

Das nächste überlieferte Datum war der 25. August 1815. Engagierten Adeligen gelang es an jenem Tag, pferdebegeisterte Zuschauer zu ihrem Veranstaltungsort zu locken.

Das Jahr 1822 gilt als das Geburtsjahr der Doberaner Pferderennbahn. Es erinnert an die Gründung des Doberaner Rennvereins, der maßgeblich von den Freiherren von Biel initiiert wurde. Und der Start des ersten offiziellen Rennens erfolgte.

Ein Jahr später genehmigte Großherzog Friedrich Franz I. dem Verein die nötigen Gesetze, um in Doberan Pferderennen auszutragen zu können, und außerdem machte er dem Verein das Gelände zum Geschenk.

Im Jahre 1854 erhielt die Doberaner Pferderennbahn eine Tribüne, die man auf einem festen Fundament errichtete. Die Doberaner Spielbank hatte deren Finanzierung übernommen.

Geld war stets von Nöten. Mit dem Einrichten eines Wettbüros im gleichen Jahr verfügte der Rennverein nun auch über Einnahmen, um laufende Kosten zu decken. Der Rennverein galt als geschäftstüchtig.

Die Austragung von Veranstaltungen war während des I. Weltkrieges und kurz danach unterbrochen.

1922 nahm man die Tradition der Pferderennen gerne wieder auf. Herzog Adolf-Friedrich zu Mecklenburg hatte sich dafür eingesetzt, das 100-jährige Bestehen der Doberaner Rennbahn mit einem Wettkampf zu würdigen.

Der Rennverein suchte in den darauffolgenden Jahren nach weiteren Höhepunkten, um die Freude am Pferdesport nicht abebben zu lassen. So lud man 1927 den Reichspräsidenten Hindenburg ein, 1928 die Flieger Köhl und Hünefeld (bekannt für die erste Überquerung des Atlantischen Ozeans von Ost nach West) und 1939 begeisterten Piloten der Verkehrfliegerschule Warnemünde die Besucher mit ihren Kunstflügen.

Bauliche Veränderungen wurden unvermeidlich. Die Tribüne der Rennbahn musste erneuert werden. Erstmals kam es zum Einbau einer Großlautsprecheranlage.

Im Juli 1939 wurde für einige Jahre das letzte Rennen ausgetragen. Zuvor schon war es üblich geworden, militärische Aufmärsche in das Tournier zu integrieren. Während des II. Weltkrieges wandelte man die Rennbahn in eine Flugplatzattrappe um. Berlin- Karlshorst übernahm die Doberaner Rennen.

Nach dem II. Weltkrieg fanden zur Überraschung vieler Doberaner nur 26 Tage nach dem Kriegsende wieder Wettkämpfe statt. Die Rote Armee hatte amtlich bekannt gegeben, dass am 3. Juni 1945 nachmittags um 14 Uhr der Startschuss für ein erstes Nachkriegsrennen fallen würde. Erstaunlicherweise durften einige deutsche Reiter daran teilnehmen.

Die Not in jenen ersten Jahren nach dem Kriegsende führte zu zahlreichen Zerstörungen auf dem Rennbahngelände. Die Holztribüne wurde illegal entfernt, weil das Holz als Heizmaterial gebraucht wurde. Oder die Ziegelbauten und Fundamente riss man ab, um sie andernorts als Baumaterial zu verwenden.

Viele Bürger Bad Doberans fühlten sich mit der Rennbahn verbunden. Pferdezüchter und Pferdesportler, sowie Denkmalpfleger setzten sich intensiv für die Neueröffnung der Wettkampfstätte ein. Sie sollte der sportlichen Betätigung, der Ausbildung und der Erholung dienen. Besonders hatte sich der Doberaner Architekt Lutz Elbrecht dieser Aufgabe verschrieben.

1956 war es soweit. Am 8. Juli fand erneut ein Bauernrennen statt, allerdings auf einer eher notdürftig wiederhergestellten Pferderennbahn. 15000 Mecklenburger Zuschauer erlebten dieses Ereignis mit. Den Sieg errang der Bauer Herrmann Harms aus Steffenshagen auf seiner Stute Lotte.

Bis 1962 trug man jedes Jahr Rennen aus. Staatliche Behörden stifteten Ehrenpreise.

1964 wurde die Rennbahn zu Ackerland umgepflügt - eine Entscheidung, die nicht nur bei den Liebhabern von Pferderennen auf Unverständnis stieß. Bemühungen, diese traditionsreiche Stätte zu neuen Rennleben zu erwecken, gab es häufiger. Erst mit der Wende waren sie erfolgreich. Ein neuer Förderverein der Rennbahn gründete sich - "Doberaner Rennverein e.V. von 1822".

Am 7. August 1993 gab es wieder einen Renntag auf dieser Bahn. Etwa 15000 Besucher zählte man auf diesem Volksfest. Die Trophäe trug die Dortmunderin Britta Werning davon. Seitdem finden wieder regelmäßig Rennen auf dieser geschichtsträchtigen Rennbahn statt.

2012 - 190 Jahre Doberaner Rennverein e. V. von 1822


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