Sage

Die Alkunquelle

Beitrag, Bild: Stephanie Patrizia Mählmann, Stadtarchiv Barth

Seit 1293 liefert die Alkunquelle Wasser für die Stadt Barth. Ursprünglich war sie im Privatbesitz des Rittergeschlechts Alkun auf dessen ehemaligen Land. Durch eine List gelangten die Barther Bürger in den Besitz der Quelle und konnten damit ihr berühmtes Bier brauen:

Die Barther und der Ritter Alkun

Zeichnung

Vor langen, langen Jahren waren die Bewohner der Stadt in rechter Not; ihre Senkbrunnen gab nur spärlich Wasser, und in Zeiten der Trockenheit war das Wasser so knapp, daß bei den Brunnen oft die härtesten Fehden um einen Topf voll Wasser entstanden. Und doch war in der Nähe der Stadt - am Fuße der Burg des Ritters Alkun - eine schier unerschöpfliche Quelle des reinsten Wassers vorhanden. Die Bürger der Stadt hatten den trutzigen Ritter schon wiederholt gebeten, er möge ihnen doch gestatten, daß sie sich von dem so hochgeschätzten Brunnen eine Leitung zur Stadt legten; aber der eigensinnige Rittersmann hatte solche Bitten immer höhnend abgewiesen. Da nahmen die Bürger ihre Zuflucht zur List: Sie taten so, als ob sie die Weigerung des Ritters durchaus nicht übel vermerkt hätten, und ehrten ihn, so sehr sie nur konnten. Einmal stellten sie sie seinetwegen sogar ein glänzendes Turnier an, zu dem sie nicht nur den Ritter Alkun, sondern auch die übrigen Ritter und Burgherren aus der Umgebung, wie den Herrn von Vogelsang, den Ritter von der Alten Burg, und noch manche andere streitbare Helden einluden.

An den Festtagen floß das damals schon berühmte Barther Bier in Strömen, und ganz besonders war dies der Fall am letzten Festtage. Immer von neuem wurde dem trunkfesten Ritter Alkun der Humpen gefüllt, und alle Ratsherren der Stadt tranken ihm der Reihe nach zu, um ihn trunken zu machen. Aber der Ritter tat allen Bescheid und trank die Ratsherren alle bis auf einen unter den Tisch.

Dieser aber wußte dem Ritter so zuzusetzen, daß er das bereitgehaltene Schriftstück, durch welches er den Barthern die Burgquelle freigab, unterzeichnete.

Als die Bürger sogleich am nächsten Tag anfinden, eine Rohrleitung von der Quelle zur Stadt zu legen, wollte es der Ritter nicht dulden, doch als sie ihm das Schriftstück vorgelegt hatten, sprach er: "Ein Mann - ein Wort!" und hatte nun nichts mehr gegen die Arbeit der Bürger auszusetzen.

Das Wasser, welches die Barther auf diese Weise erhielten, war ganz ausgezeichnet, und das aus diesem Wasser gebraute Bier war so vortrefflich, daß es weit über die Grenzen Pommerns bekannt wurde ...

Anmerkung:
Fürst Witzlaus bestätigt am 23. April des Jahres 1306 die Quelle als Eigentum der Barther Bürger.
Das Original der Urkunde befindet sich im Barther Stadtarchiv.

Wo befindet sich die Alkunquelle?
Die Alkunquelle liegt am Ende der Sundischen Straße an der Ortseinfahrt Barth aus Richtung Flemendorf an der L 21 auf der linken Seite. Sie wurde 2011 wieder entdeckt. Ein Feldweg führt zu der Quelle. Der Wasserlauf wurde neu eingefasst.

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