Ostsee

Die Ostsee

Die Ostsee, auch Baltisches Meer (Baltic Sea, lat. Mare Balticum) genannt, ist ein relativ flaches, salzarmes Binnenmeer und gleichzeitig ist sie das größte Brackwassermeer der Welt. Brackwasser entsteht, wenn sich das Meerwasser der Ostsee und das Süßwasser aus den Flüssen und Kanälen sowie dem Regenwasser mischen.

  • Größe: ca. 413.000 qkm
  • Volumen: ca. 20.000 Kubik km
  • Tiefster Punkt: ca. 460m
  • Durchschnittliche Tiefe: ca. 52 m
  • Salzgehalt: ca. 1 %
  • Größter deutscher Zufluss: Oder

Geologisch betrachtet ist die Ostsee ein Senkungsgebiet, welches sich über mehrere Etappen formte. Dabei nahm sie das Wasser von schmelzenden Gletschern aus der Kaltzeit und anderer Meere auf. Die Entstehung von Meeresabschnitten, Meeresengen bzw. kleinen und größeren Inseln sind das Resultat der Tektonik. Gezeiten sind in der Ostsee kaum merkbar.

Das Ostseeklima

Das Klima der Ostsee wird von den meist vom Atlantik kommenden Hoch- und Tiefdruckgebieten bestimmt. Dieser Einfluss nimmt allerdings nach Osten hin ab. Bezeichnend für das Klima übers Jahr sind gemäßigte Temperaturen, mäßige Niederschläge in jeder Jahreszeit und mittlere, wechselnde Winde. In der kalten Jahreszeit gefrieren Teile des Meeres, wobei eine Eisbildung aufgrund des geringeren Salzgehaltes im Norden in jedem Winter auftritt.

Der Wasseraustausch zwischen Nord- und Ostsee

Teile der westlichen Ostsee, wie der Kleine und Große Belt, der Sund, das Kattegat und auch der ca. 100 km lange Nord-Ostsee-Kanal sind mit der Nordsee verbunden und führen salzhaltigeres, sauerstoffreicheres Wasser der Ostsee zu. Nur logisch, dass dadurch der Salzgehalt der Ostsee von West nach Ost abnimmt. Er liegt zwischen 1,9 % und 0,3 %. Der saline Wert der Nordsee beträgt 3,5 %.

Der Wasseraustausch zwischen Nord- und Ostsee findet in unbestimmten Zeiträumen und mit unterschiedlicher Intensität statt. Wenn starke Winde das Wasser der Ostsee weit ostwärts drücken, kann das salzhaltigere, schwerere Wasser der Nordsee nachlaufen und mit der Tiefenströmung in die Ostsee gelangen. Andererseits fließt das leichtere Süßwasser mit der Oberflächenströmung in die Nordsee zurück.
Kann das aufgestaute Wasser nicht schnell genug abfließen, kommt es zu Überflutungen. Das heftigste Sturmhochwasser an der deutschen Ostseeküste gab es im Jahre 1872. Küstenschutzmaßnahmen, wie der Bau von Buhnen, Dünen und Deichen, das Platzieren von Wellenbrechern und die Errichtung bzw. Erhalt von Küstenwäldern, sollen den Abtrag von Land und den Einbruch des Wassers in das Hinterland verhindern.

Die Tier und Pflanzenwelt der Ostsee

Erdgeschichtlich betrachtet ist die Ostsee ein recht junges Gewässer - eine Ursache für den eingeschränkten Artenreichtum verglichen mit anderen Meeren. Desweiteren wird ein Einwandern von Tier- und Pflanzenarten durch das Relief des Meeresgrundes erschwert, denn die Ostsee besteht aus mehreren Beckenabschnitten, welche durch sogenannte Schwellen getrennt sind. Diese müssen überwunden werden. Mit jeder weiteren Schwelle wird auch der Wasseraustausch erschwert, wodurch der Sauerstoffgehalt des Wassers in Richtung Osten abnimmt. Nur eine an das Brackwasser angepasste Tier- und Pflanzenwelt kann hier bestehen.

Hier nur einige Tiere und Pflanzen der Ostsee.
  • Säugetiere: Robbe, Schweinswal
  • Fischarten: Dorsch, Hering, Scholle, Hornhecht, Knurrhahn, Meerforelle
  • Stachelhäuter: Seestern, Seeigel
  • Krebstiere: Seepocke, Asseln
  • Weichtiere: Muscheln, Schnecken
  • Quallen: Ohrenqualle, Feuerqualle
  • Algen, Tang, Gräser

Die Zufuhr von salz- und sauerstoffreichem Wasser aus der Nordsee ist für die Tier- und Pflanzenwelt der Ostsee überlebenswichtig. Mit sinkendem Salzgehalt nehmen auch die Zahl der marinen Fischarten und auch deren Größe ab. Besonders empfindlich auf sauerstoffarmes Wasser reagieren Fischeier, Larven und Plankton. Außerdem sind Schadstoffebelastungen, Überfischung und Klimaerwärmung ungünstige Faktoren für das Leben in der Ostsee. Mehrere Programme wurden zum Schutz der Meeresumwelt im Ostseegebiet ins Leben gerufen.

Wirtschaft und Handel

Die Ostsee ist ein wichtiger Wirtschaftsraum. Sie ist von 9 Ländern umgeben, den so genannten Anrainerstaaten. Dazu zählen Dänemark, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland. Zwischen diesen Staaten findet ein reger Warenaustausch statt. Gute Standortfaktoren, wie der freie Zugang über Wasserwege zu den Weltmeeren und Seehäfen bzw. Gewerbeflächen mit Autobahnanbindungen, genauso wie staatliche Förderprogramme, ein hohes Bildungsniveau, touristische und kulturelle Angebote und eine umfangreiche soziale Versorgung, sichern Unternehmen ihre Wirtschaftlichkeit und lassen Investitionen in Forschung und Technik zu. Zu den wichtigsten deutschen Hafenstädten zählen Flensburg, Kiel, Lübeck, Wismar, Rostock und Sassnitz. Eine der wichtigsten Seeschifffahrtsrouten der Ostsee ist die dicht befahrene Kadetrinne.

Die Fischerei hat an der Ostsee eine jahrhundertelange Tradition. Jedoch wird heute das Meer nicht nur als Fanggebiet genutzt, sondern auch zur Gewinnung von Energie. Mit der Errichtung und Installation von Offshore-Windparks werden die relativ gleichbleibenden Windbedingungen und die höheren Windgeschwindigkeiten zur Erzeugung von Windenergie genutzt. Vorreiter sind Großbritanien und Dänemark. Der erste deutsche Offshore-Windpark in der Ostsee (EnBW Baltic 1) wurde 2011 in Betrieb genommen. Er liegt nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.

Urlaub an der deutschen Ostseeküste

Drei Küstenformen bestimmen die deutsche Ostseeküste:
  • die Fördenküste z.B. Kieler Förde
  • die Buchtenküste z.B. Lübecker Bucht
  • die Bodden- bzw. Boddenausgleichsküste - Halbinsel Fischland-Darß-Zingst

Die deutsche Ostseeküste reicht von Flensburg im Westen bis zur Insel Usedom im Osten. Breite, feinsandige Strände, beeindruckende Steilküsten, urige Nationalparks und weite Boddenlandschaften sind Anziehungspunkte für Besucher. Liebevoll eingerichtete Ferienobjekte warten über das ganze Jahr auf erholungsuchende Gäste.

Der Besuch maritimer Veranstaltungen und traditioneller Feste, wie die „Kieler Woche“, die „Hanse Sail“ in Rostock oder die „Warnemünder Woche“ machen einen Urlaub perfekt. Diese Events sind ein guter Zeitpunkt viele traditionelle Segelschiffe aus der Nähe zu betrachten oder einfach mal mit zu segeln.

Vielen Ostseeabschnitten wird alljährlich die Blaue Flagge verliehen. Sie steht für eine hohe Badewasserqualität.

An der Ostsee herrscht ein mildes Reizklima, welches sicherlich das Immunsystem stärkt. Die Intensität der Reize wird durch die Stärke des Windes, des Salzgehaltes des Meerwassers und der Temperaturunterschiede bestimmt. Bei ausgedehnten Spaziergängen findet so manch ein Besucher das Gold des Meeres - den Ostseebernstein. Und danach könnte ein Fischbrötchen, Räucheraal und Sprotten den größten Hunger stillen.

Typische Mitbringsel aus dem Ostseeurlaub sind verarbeiteter Bernstein, Sanddornprodukte oder Buddelschiffe.

Die bekanntesten deutschen Ostseeinseln

Rügen ist die größte deutsche Insel mit den berühmten Kreidefelsen. Man erreicht sie mit dem Auto über die Rügenbrücke oder zu Fuß über den Rügendamm. Ihr vorgelagert ist Hiddensee, die größte Insel des Nationalparks Vorpommersche-Boddenlandschaft. Hiddensee nimmt der Größe nach nur Rang 14 unter den deutschen Ostseeinseln ein.

Südöstlich von Rügen liegt die zweitgrößte deutsche Insel, die Insel Usedom. Der westliche, größere Teil Usedoms gehört zu Deutschland, der östliche Teil zu Polen. Die Insel ist über zwei Brücken zu erreichen, der Peenebrücke in Wolgast und der Brücke Zecherin aus Anklam kommend. Dabei sollten die Brückenöffnungszeiten beachtet werden.

Die drittgrößte Ostseeinsel, die Insel Fehmarn, liegt nordöstlich von Heiligenhafen. Sie ist durch die Fehmarnsundbrücke mit dem Festland, der Halbinsel Wagrien, verbunden.

Die Insel Poel, erreichbar über einen der Damm, liegt in der Wismarer Bucht. Sie ist die siebtgrößte deutsche Insel.

Fischland-Darß-Zingst ist eine Halbinsel westlich von Rügen gelegen. Sie ist einerseits über das Festland (B105 Abfahrt Altheide) sowie andererseits über die Meinigenbrücke (hinter Bresewitz) zu erreichen.

Gegenwärtige Ostseebäder und Hansestädte

Entlang der deutschen Ostseeküste gibt es viele Ostseebäder, Ostseeheilbäder sowie Hansestädte. ---> Karte

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