Stadtbefestigung Rostock

Rostock - Die Stadtbefestigung

Beitrag: Brigitte Hildisch, Rövershagen

Im 13 Jahrhundert wurde die Stadtmauer um Rostock errichtet. Es entstand eine ca. 5 km lange Befestigungsanlage in ovaler Form mit eingelassenen Wieckhäusern, Türmen und Stadttoren. Sie sollte jene drei Siedlungen, die man 1265 zu einer Stadt vereinigt hatte, vor Angriffen schützen. Die Mauer war ca. 1,2 m dick und bestand größtenteils aus Backsteinziegeln. Die Umfriedung war aber nicht überall gleich hoch.

Warum? Vor Feinden aus dem Norden und Osten fühlte man sich recht sicher, denn dort befanden sich die Warnow und ihre Sumpfgebiete. Die Verteidigungsanlage wurde somit niedrig gehalten. Nur wenige Abschnitte erhielten Zinnen. Andere Abschnitte dagegen hatten Schießscharten.

Zur Stadtmauer gehörten mehr als 20 Tore. Man unterteilte sie in Strand- und Landtore. 13 Durchgänge führten zum Hafen an der Warnow, die restlichen ins Mecklenburgische Hinterland. Vier Tore, das Kuhtor, das Steintor, das Kröpeliner Tor und das Mönchentor, sind noch erhalten.

Kröpeliner Tor Mönchentor Steintor Kuhtor

Während der Hanseatischen Zeit verstärkte man die Mauer an der südlichen Seite. Die Befestigung wurde um zwei Wälle und zwei Gräben erweitert. Der äußere Graben zusätzlich mit Wasser gefüllt.

Anfang des 17. Jahrhunderts erwiesen sich weitere Maßnahmen zur Befestigung der Stadt als notwendig. Die Fischerbastion zum Beispiel entstand und noch mehr Wälle wurden angelegt.

Vieles zu stärker befestigten Mauern und Gebäuden geschah nach Plänen des Festungsbaumeisters Johann van Valckenburg.

Die Stadt wandte in den folgenden Jahrzehnten beträchtliche finanzielle Mittel auf, um ihren militärischen Charakter aufrecht zu erhalten. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts allerdings verloren die Stadtväter ihr Interesse an den hohen Aufwendungen zum Schutz der Stadt. Außerdem waren Mauern und Tore hinderlich für die Stadtentwicklung. Die Entfestung Rostocks hatte bereits eingesetzt. Dort, wo die Wälle abgetragen wurden, entstand 1857 der Rosengarten. Ihn gestaltete der Gärtner Joachim Christoph Wilken. Und noch heute ist der Rosengarten mit seinen schattigen Bäumen, Blumenrabatten und Brunnen eine oft besuchte Parkanlage.

Im 19. Jahrhundert gab es erneut Veränderungen, da es innerhalb der Stadt zu eng geworden war. Man baute über die Stadtgrenze hinaus. Die Gräben vor der Stadt störten dabei und wurden zugeschüttet.

Großen Zerstörungen war die Stadtbefestigung beim Stadtbrand 1677 und bei der Bombardierung 1942 ausgesetzt. Reparaturen fanden entweder notdürftig statt oder ließen lange Zeit auf sich warten.

Teile der alten Stadtmauer sind heute rekonstruiert. Der längste Abschnitt ist der zwischen Rosengarten und Kröpeliner Tor. Ins Auge fallen hölzerne Wehrgänge, die wie einst in 3 m Höhe angebracht sind. Ebenso die Wieckhäuser. Sie dienten einst der Unterstellung von Kriegsgerät.

Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer Teil der Stadtmauer

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