Beitrag: Brigitte Hildisch
in Zusammenarbeit mit Inka Degner, MECKLENBURGISCHE BÄDERBAHN MOLLI GMBH
Die Idee, im Güterboden des Bahnhofs Kühlungsborn West ein Mollimuseum einzurichten, geht auf das Jahr 1995 zurück. Einerseits bot sich die solide bauliche Beschaffenheit der Fläche für eine Nutzung regelrecht an und andererseits existierte dort bereits eine elementare technische Ausstattung. Mit ansprechenden Ausstellungsflächen wollte man die Geschichte der Mollibahn inhaltlich interessant und realitätsnah präsentieren. Zusätzlich gab es Räumlichkeiten, die für Lagerungszwecke bereitstanden. Historische Fahrzeuge ließen sich außerdem im alten Wagenschuppen abstellen.
Ein Jahr danach wurde im Museumskomplex ein Cafe eröffnet. Dieser Raum und auch der später ausgestellte offene Güterwagen gaben dem Museum einen weiteren Zauber. Im besagten Güterwagen kann man sich in den Sommermonaten gastronomisch verwöhnen lassen.
Dann kam die Zeit, als die Mollibahn privatisiert wurde. Und die Fläche auf dem Güterboden stand für die Aufbewahrung von geschichtsträchtigen Objekte nicht länger zur Verfügung.
Trotz der Schwierigkeiten in den 80er Jahren, die besonders auch in der Beschaffung von Materialien zum Erhalt der Ausstellungsstücke bestanden, gelang es ein Stück Museum aufzubauen. Wertvolle historische Exponate aus jener Zeit werden heute in Kühlungsborn gezeigt. Aber auch Nachbauten liefern Einblicke in Verkehrsmittel von gestern, wie die Trambahnlok von 1886.
Mit all den Austellungsstücken aus jenen Jahren war der Grundstock für einen Neubeginn in der Geschichte des Mollimuseums gelegt.
Einzigartig sind die vielen Gegenstände, die über eine Zeit erzählen, als das Zugfahren noch die wichtigste Beförderungsart für die Masse der Bevölkerung darstellte. Man findet zum Beispiel einen Fahrkartendrucker, alte Telefone oder ein Morsegerät unter den Exponaten.
Darüber hinaus kann der Besucher des Mollimuseums in Kühlungsborn sich verschiedene Gerätschaften, die für die Gleiserhaltung notwendig waren, ansehen.
Zu den neueren Ausstellungsteilen gehören sogar ganze Stellwerke. Eine umfangreiche Laternen – und Schildersammlung ruft möglicherweise bei älteren Besuchern Erinnerungen wach.
Sehr viele Exponate kamen in das Museum als die Deutsche Bahn AG modernisiert bzw. teilweise stillgelegt wurde. Manchmal wurden die gezeigten Stücke in letzter Sekunde vor der Schrottpresse gerettet, wie auch ein Hebelstellwerk und ein Formsignal. Beide zierten einst den Bahnhof Parkenthin.
Interessant ist es sicher, etwas über die Funktionsweise eines Dampfkessels zu erfahren. Erläuterungen dieser Art gibt es an dem längs aufgeschnittenem Originalkessel der Dampflok 99.2323-6.
Die Ausstellungsfläche im Außenbereich war ursprünglich der Kleingarten des Bahnhofvorstehers. Mit großer Hilfe einer ABM Kraft erschuf man hier repräsentative Freiflächen.
Eine der Attraktionen hier draußen ist das Gleis 1a, welches 1999 an alter Stelle wieder errichtet wurde. So können in den Sommermonaten zusätzliche Schienenfahrzeuge bestaunt werden, zum Beispiel die Dampflok 99.332, die nicht mehr betriebsfähig ist.
Seit dem Oktober 2001 gibt es weitere nostalgische Bereicherungen für das Mollimuseum. Der Postwagen Nr.71 aus dem Gründungsjahr der Bahn (1886) ist Bestandteil des Fundus in Kühlungsborn West geworden, nebst einem historischen Güterwagen.
| Der Eingang zum Mollimuseum befindet sich im Cafe. Ein Besuch ist kostenlos. Natürlich sind Spenden immer willkommen. An der Tür ist eine alte Bahnlaterne angebracht, die finanzielle Zuwendungen aufnimmt. Auf Voranmeldung sind Führungen durch das Museum möglich. |
| MOLLI-MUSEUM Fritz-Reuter-Straße 1 18225 Kühlungsborn Tel.: 038293 - 87 71 21 |
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