Doppelstadt

Die Doppelstadt Ribnitz-Damgarten, die Bernsteinstadt

Beitrag: Brigitte Hildisch

Ribnitz und Damgarten - obwohl so nahe bei einander gelegen, waren beide Städte jahrhundertelang durch eine Landesgrenze getrennt. Ribnitz gehörte zu Mecklenburg und Damgarten zu Vorpommern. Erst 1950 kam es zu einer Vereinigung der Gemeinden. Die Namen beider Orte sind slawischen Ursprungs.

Zur Lage der Städte

Fluss zwischen Ribnitz und Damgarten Zwischen Ribnitz und Damgarten fließt die Recknitz, ein kleines Flüsschen, welches in der Nähe von Damgarten in den Ribnitzer See mündet, dem südlichen Teil des Saaler Boddens. Der Übergang über die Recknitz, auch Mecklenburger Pass genannt, liegt nahezu an der Mündung des Flusses. So bildete die Recknitz bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges die Grenze zwischen dem Herzogtum Mecklenburg und dem Herzogtum Pommern und bis 1815 zwischen Mecklenburg und Schwedisch-Pommern. Die geografische Lage begünstigte die Zugehörigkeit der Gemeinden zu unterschiedlichen Herrschaftsgebieten und ihre eigenständige Entwicklung.
Grenzstein Im Schilfgürtel am südlichen Boddenufer des heutigen Ortsteiles Langendamm liegt ein Findling, der Moischenstein - ein historischer Grenzstein, erstmals erwähnt im 13. Jahrhundert und seither in geschichtlichen Aufzeichnungen immer wieder genannt.

Zur Bedeutung der Passbrücke

Schon im Mittelalter hatte der Mecklenburger Pass seine Bedeutung. Er ermöglichte den Kaufleuten, ihre Waren auch per Landstraße nach Osten zu befördern.
Immer wieder gab es zwischen beiden Städten Auseinandersetzungen. Man kämpfte sogar gegeneinander. Der Ort der Aussöhnung war dann die Passbrücke. Dort führten die Vertreter der Gemeinden ihre Friedensverhandlungen durch und fassten notwendige Beschlüsse.

Wohin in und um Ribnitz-Damgarten?

Vielleicht ans oder aufs Wasser.

Die Lage der Stadt am Bodden fasziniert Besucher immer wieder. In beiden Ortsteilen sind die Häfen ein steter Anziehungspunkt. Auch deshalb, weil sie eine lange Tradition regen Schiffsverkehrs haben. Zusätzlich zu den Angeboten der Linienschifffahrt auf dem Ribnitzer und Saaler Bodden werden Liegeplätze für unterschiedliche Bootstypen angeboten. zwei Fischen im Stadtsiegel Die Fischerei war und ist ein prägender Wirtschaftszweig für Ribnitz-Damgarten. Täglich fahren Fischer in die flachen fischreichen Boddengewässer, um mit Hecht und Zander und auch anderen Fischarten zurückzukehren. Sie verarbeiten ihren Fang im Hafen. Wie eng die Fischerei mit der Geschichte der Stadt verbunden ist, sieht man an den zwei Fischen im Stadtsiegel und Wappen von Ribnitz

Vielleicht zu den Zeugen der Backsteingotik.

Ribnitz-Damgartener Architektur fügt sich teilweise in die Norddeutsche Backsteingotik ein. Stadtkirche am Marktplatz Unübersehbar ragen die Stadtkirche Sankt Marien Kirche und die Sankt Bartholomäus Kirche in die Höhe. Zu den besonderen Backsteinbauwerken zählt auch das Rostocker Tor. Es sind nicht viele Stadttore in Mecklenburg-Vorpommern so alt wie dieses. Das ursprüngliche Stadttor wurde bereits im 13. Jahrhundert in den Stadtkern integriert, während das jetzige Tor im frühen 15. Jahrhundert erbaut wurde. Während der Tour durch die Stadt sollte man die Klosterkirche des einstigen Klarissenklosters nicht auslassen. Sie wurde um 1400 vollendet. Die Klosteranlage gilt als eine der schönsten noch erhaltenen Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern.

Eingang Bernsteinmuseum

Vielleicht zum Gold des Meeres

Seit dem Jahre 2000 trägt Ribnitz den Beinamen Bernsteinstadt. Im Kloster beherbergt die Stadt eine der umfassendsten und interessantesten Sammlungen von Bernsteinexponaten. Das dort ansässige Bernsteinmuseum informiert umfangreich über die Natur- und Kulturgeschichte des Baltischen Bernsteins in Europa. Und in Damgarten trägt die Schaumanufaktur Ostsee- Schmuck ebenfalls zu dieser erweiterten Namensgebung bei. Besucher können zusehen, wie Bernstein bearbeitet wird. Dies geschieht im Rahmen einer gläsernen Produktion. Dem Gold des Meeres widmen die Ribnitzer sogar ein Fest. Das Bernsteinfest findet alljährlich auf ihrem Marktplatz statt.

Vielleicht zum Marktplatz

Auf dem Neuen Markt steht das denkmalgeschütztes Rathaus aus dem Jahre 1834. Es ist ein klassizistisches Bauwerk. Darüber hinaus fällt das Gebäude am Eingang zur Fischergassen-Passage wegen seines Fachwerks auf. Brunnen auf dem Ribnitzer Marktplatz Und ebenso der Brunnen auf dem Marktplatz, der den Namen Bernsteinbrunnen erhielt. Die Sehenswürdigkeiten am und auf dem Marktplatz sind beliebte Foto-Motive. Übrigens sind in der Langen Straße weitere klassizistische Bauten zu betrachten. Auch Damgarten hat uralte Häuser bewahrt, wie das Küsterhaus an der Sankt Bartholomäus Kirche, das Rathaus von 1930 und das älteste Haus der Stadt, erbaut um 1700 (Schillstraße 7). Gut erhalten ist auch ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1769 in der Stralsunder Straße 29.

Vielleicht in ein Museum anderer Art

Auf dem Gelände des einstigen Fliegerhorstes in Pütnitz (Ortsteil der Doppelstadt) findet man im Technikmuseum einen Querschnitt von Militär- und Zivilfahrzeugen verschiedener Zeitepochen. Die Vielfalt der Ausstellungsstücke ist groß. Fahrzeuge, die einst im Ostblock ihren Einsatz hatten, sollen für die Nachwelt erhalten bleiben. Und nebenbei können die Besucher ihre Kenntnisse über Verbrennungsmotoren oder Getriebe an originalgetreuen Schnittmodellen auffrischen. Alljährlich findet hier das Internationale Ostblock-Fahrzeugtreffen statt. Diese Tradition wurde 2002 von Mitgliedern des Technikvereins ins Leben gerufen.

Vielleicht ins Umland

Waldweg Von Ribnitz erreicht man über gut ausgebaute Radwege das Fischland oder den Darß. Von Damgarten dagegen die kleinen Fischerdörfer entlang der südlichen Boddenküste. Und man gelangt schnell ins Ribnitzer Große Moor, eines der größten Regenmoore in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Moor wurde bereits 1939 unter Naturschutz gestellt. So begegnete man der Gefahr der Umwandlung des Moores in Acker- und Weideland bzw. des Torfabbaus. Ausgeschilderte Wanderwege, oft mit Schautafeln versehen, leiten den Besucher durch das Moor. Im Infozentrum "Wald und Moor" kann man Wissenswertes über die Tierarten in diesem Lebensraum erfahren und sich auch über Hochmoorpflanzen informieren. Unweit des Infozentrums befindet sich das Museum "Naturschatzkammer Neuheide".

Sportinteressierten ist das "Große Ribnitzer Moor" ein Begriff. Eine Wegstrecke des Ostsee StaffelMarathons führt durch dieses Gebiet.

In Klockenhagen befindet ein Freilichtmuseum, dass als mecklenburgisches Dorf angelegt ist. Gebäude aus 18 Dörfern finden hier ihren Platz und demonstrieren das Leben und Bauen auf dem Lande.


Veranstaltungen - Ribnitz-Damgarten

  • Bernsteinfest, alljährlich auf dem Marktplatz


Ribnitz-Damgarten und deren Ortsteile

Altheide, Beiershagen, Borg, Dechowshof, Freudenberg, Hirschburg, Klein-Müritz, Klockenhagen, Körkwitz, Langendamm, Neuheide, Neuhof, Petersdorf, Pütnitz, Tempel, Wilmshagen

Karte Mecklenburg-Vorpommern - Wo liegt die Bernsteinstadt Ribnitz-Damgarten?

Karte Mecklenburg-Vorpommern
zum Seitenanfang
Statistik


Treffpunkt-Ostsee
Nachrichten


RSS Treffpunkt-Ostsee.de - RSS Feed Feed



Seite: Ribnitz-Damgarten

www.treffpunkt-ostsee.de 2016